Strafrecht
Veröffentlicht am 17. September 2026
Bei einer Festnahme in Spanien entscheidet sich vieles in Stunden, in denen der Betroffene am wenigsten überblickt, was geschieht. Wer aus dem Ausland kommt oder hier lebt, ohne die Sprache vollständig zu beherrschen, hat zusätzlich das Problem, dass ihm die Begriffe fehlen, um die eigene Lage einzuordnen.
Diese Seite erklärt, was in Barcelona in den ersten 72 Stunden passiert, und welche Entscheidungen in dieser Zeit tatsächlich Ihnen gehören.
Innerhalb der Stadt Barcelona nimmt in der Regel entweder die Guàrdia Urbana, die Stadtpolizei, oder die Mossos d'Esquadra, die eigene Polizei Kataloniens, fest, je nach Art der Tat. Beide sind zur Festnahme befugt. In der Praxis landen die Festnahmen bei den Mossos, die die strafrechtlichen Ermittlungen führen und mit dem Gericht verkehren.
Daneben bestehen Zuständigkeiten der spanischen Nationalpolizei und der Guardia Civil, insbesondere bei bestimmten Deliktsfeldern und außerhalb der Ballungsräume. Für Ihre Rechte macht das keinen Unterschied, sie sind in ganz Spanien dieselben. Für den praktischen Ablauf schon: die Wache, die Abläufe und die Ansprechstellen sind andere.
Die Rechte einer festgenommenen Person regelt Art. 520 der Strafprozessordnung in der Fassung des Organgesetzes 13/2015. Die für Sie wichtigsten:
Das Recht auf einen Dolmetscher ist keine Höflichkeit. Eine Aussage, die Sie in einer Sprache machen, die Sie nur teilweise beherrschen, steht später genauso in der Akte wie jede andere.
Art. 520.1 sagt es unmissverständlich: die Festnahme darf nicht länger dauern, als für die Ermittlungen zur Aufklärung des Sachverhalts unbedingt erforderlich ist, und in jedem Fall ist die festgenommene Person binnen höchstens zweiundsiebzig Stunden freizulassen oder der Justizbehörde vorzuführen. Im Polizeibericht sind Ort und Zeit beider Vorgänge festzuhalten.
Diese 72 Stunden sind eine Höchstgrenze, keine Regeldauer. Viele Festnahmen enden deutlich früher. Was danach kommt, entscheidet der Ermittlungsrichter: Freilassung mit oder ohne Auflagen, Meldeauflagen, Passabgabe, Kaution, oder Untersuchungshaft. Danach beginnt die Ermittlungsphase, und was der Status des investigado bedeutet, wird dann zur nächsten Frage.
Benennt die festgenommene Person keinen Anwalt, wird ihr über den Bereitschaftsdienst der Barceloner Anwaltskammer ICAB einer zugewiesen. Dieser Dienst arbeitet rund um die Uhr, und die Kollegin oder der Kollege, die kommen, sind Mitglieder derselben Kammer wie jeder Wahlverteidiger. Es geht hier nicht um Qualität.
Der Unterschied ist ein anderer, und er ist praktisch: Sie haben diese Person nicht ausgesucht, und sie spricht nicht notwendig Ihre Sprache. Genau deshalb ist wichtig zu wissen, dass die Zuweisung keine endgültige Entscheidung ist. Die festgenommene Person oder ihre Angehörigen können jederzeit einen Anwalt des eigenen Vertrauens beauftragen, auch noch nachdem bereits eine Aussage stattgefunden hat. Es gibt keinen Zeitpunkt, ab dem dieser Wechsel nicht mehr möglich wäre.
Wer von außen helfen will, kann also genau das tun: einen Verteidiger beauftragen und der Wache mitteilen, dass er das Mandat übernimmt.
Sie ist der Teil, der am häufigsten unterschätzt wird. Was dort gesagt wird, steht in der Akte und begleitet das Verfahren, auch wenn es später präzisiert oder widerrufen wird.
Zu schweigen ist ein Recht und in vielen Lagen die vernünftigste Entscheidung, gerade wenn niemand die Akte kennt. Ob Schweigen oder Aussagen richtig ist, lässt sich nicht allgemein beantworten: es hängt davon ab, was der Polizei vorliegt und was Ihnen zur Last gelegt wird. Beides klärt der Verteidiger vor der Aussage, nicht danach.
Improvisieren ist in dieser Lage die einzige Option, die sich nie lohnt.
Wenn mich ein Anruf erreicht, kläre ich zuerst Ort und Stand: welche Wache, welcher Vorwurf, ob bereits ausgesagt wurde. Danach übernehme ich den Beistand und bin auf der Wache und, wenn es dazu kommt, bei der Vorführung vor dem Ermittlungsrichter dabei.
Vor der Aussage will ich wissen, was der Polizei vorliegt, und ich bespreche mit Ihnen auf Deutsch, was das bedeutet, bevor irgendetwas zu Protokoll geht. Für Eilfälle gibt es einen Festpreis, den ich vorab nenne. Sie können nachlesen, wie ich arbeite, oder was ich in der Strafverteidigung in Barcelona mache.
Redaktionelle Verantwortung: Carles Jiménez, Rechtsanwalt (Anwaltskammer Barcelona Nr. 34.946). Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Werkzeugen der künstlichen Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung vom Autor geprüft und freigegeben.
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